Im Zentrum des Tätigkeitsbereichs «initiieren und vertreten» stehen die Ermittlung und Klärung der Interessen der RZU-Mitglieder. Bei Bedarf kann die RZU zwischen Mitgliedern mit unterschiedlichen Positionen und Interessen vermitteln und gemeinsame Interessen ihrer Mitglieder nach aussen vertreten. Zentrale Gefässe und Formate in diesem Tätigkeitsbereich sind die RZU-Regionspräsidienkonferenz, die Dialogprozesse sowie die Stellungnahmen der RZU als Planungsdachverband.
Förderung des planungspolitischen Dialogs zwischen den Mitgliedsregionen
RZU-Regionspräsidienkonferenz
Die RZU-Regionspräsidienkonferenz unterstützt den Austausch zwischen den Regionspräsidien und
ermöglicht die Erarbeitung gemeinsamer Positionen der
Mitgliedsregionen. An der Konferenz werden auch die Themen bestimmt,
die von der RZU in die halbjährliche Aussprache zwischen dem
Baudirektor oder der Baudirektorin und den Regionspräsidien
eingebracht werden.
Max Walter
Präsident RZU
Ansprechperson
Martin Arnold
Präsident ZPZ
Roger Bachmann
Präsident ZPL
René Bitterli
Präsident ZPF
Benno Hüppi
Präsident ZPG
Gabriela Noser Fanger
Präsidentin ZPK
André Odermatt
Stadtrat von Zürich
Vizepräsident RZU
Gaudenz Schwitter
Präsident ZPP
Angelus Eisinger
Direktor RZU,
Protokollführung
Dialogprozess
Zukunft Agglomerationsverkehr (seit 2023)
➤ Bestandteil von Schwerpunkt 2 | Gemeinsam den Agglomerationsverkehr der Zukunft entwerfen
Die verkehrlichen Beziehungen und Zusammenhänge im RZU-Gebiet sind vielfältig und enden nicht an kommunalen oder regionalen Grenzen. Die bestehenden Aufgaben und Herausforderungen können nur auf funktionalräumlicher Ebene angegangen und gelöst werden. Vor diesem Hintergrund initiierten 2023 die drei RZU-Mitgliedsregionen Glattal (ZPG), Pfannenstil (ZPP) und Stadt Zürich den Dialogprozess Zukunft Agglomerationsverkehr. Trotz teils unterschiedlicher verkehrlicher Ausgangsbedingungen wollten sich die drei RZU-Mitglieder gemeinsam mit den Aufgaben, Herausforderungen und Chancen des Agglomerationsverkehrs auseinandersetzen.
2024 entschieden die drei Regionen, die anderen RZU-Mitgliedsregionen für die nächste Phase des Dialogprozesses einzuladen, um mit ihnen gemeinsam die verkehrspolitischen Herausforderungen zu bestimmen und anzugehen. An der Auftaktveranstaltung am 31.01.2025 wurde den Teilnehmenden der bisherige Arbeitsstand vorgestellt und die Erwartungen an die nächste Phase des Dialogprozesses diskutiert. Im Anschluss entschieden sich die RZU-Mitgliedsregionen Limmattal (ZPL) und Zimmerberg (ZPZ) ebenfalls teilzunehmen.
Am 09.01.2026 haben die beteiligten fünf Regionen eine «Gemeinsame Absichtserklärung Agglomerationsverkehr» unterzeichnet. Diese umfasst ein gemeinsames Selbstverständnis, eine verbindende Vision sowie sieben Leitideen für die zukünftige Zusammenarbeit. Ziel ist es, tragfähige und ausgewogene Lösungen für die grossen Herausforderungen in den Bereichen Mobilität und Verkehr im Grossraum zu entwickeln – über Gemeinde-, Regions- und Kantonsgrenzen hinweg.
Die Leitideen werden nun in konkrete Massnahmen übersetzt und laufend weiterentwickelt, um die Planung und Umsetzung langfristig abzustimmen.
Die RZU unterstützt die am Dialogprozess beteiligten Regionen mit personellen und finanziellen Ressourcen. Die Geschäftsstelle ist für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung aller Sitzungen des Dialogprozesses verantwortlich.
Dialogprozess
Gewässerraumfestlegung (seit 2021)
➤ Status: aktuell unterbrochen, wird ggf. 2026 fortgesetzt
Die Gewässer sind ein Schlüsselelement für die zukünftige Entwicklung des RZU-Gebiets: für den Natur- und Ressourcenschutz, aber auch für die Erholung. Die aktuell laufende Festlegung des Gewässerraums gemäss eidgenössischer Gewässerschutzverordnung (GSchV) weist viele Bezugspunkte zur Raumplanung auf. Vor diesem Hintergrund führt die RZU im Auftrag ihrer Mitglieder seit 2021 einen Dialogprozess zur Gewässerraumfestlegung durch Die RZU organisiert diesen Prozess in Absprache mit dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL).
Im Prozess wurden 2021 und 2022 zwei Umfragen bei den Gemeinden zu den Erfahrungen mit der Gewässerraumfestlegung duchgeführt. Die Ergebnisse der Umfragen wurden jeweils dem Amtschef AWEL sowie dem Baudirektor des Kantons Zürich präsentiert und flossen in die Praxis der Gewässerraumfestlegung ein.
Bis im Mai 2025 haben die Präsidien der Mitgliedsregionen vorsondiert, ob Bedarf für eine weitere Umfrage bei den Gemeinden zur Gewässerraumfestlegung besteht. Aufgrund der Rückmeldungen aus den Regionenhat beschloss die RZU-Regionspräsidienkonferenz, dass auf eine weitere Umfrage zur Gewässerraumfestlegung verzichtet werden kann. Je nach den Erfahrungen der Gemeinden mit der Gewässerraumfestlegung ausserhalb des Siedlungsgebiets werden die RZU und ihre Mitgliedsregionen auf diesen Entscheid zurückkommen. Der Amtschef AWEL wurde über den Beschluss der Präsidien informiert (➤ Beitrag im Mitgliederbereich)
Dialogprozess
Autobahnen im urbanen Gebiet (seit 2018)
➤ Bestandteil von Schwerpunkt 2 | Gemeinsam den Agglomerationsverkehr der Zukunft entwerfen
2018 hat der Vorstand beschlossen, dass die RZU einen jährlichen Austausch zwischen dem Bundesamt für Strassen ASTRA, dem Kanton Zürich und den interessierten Regionen etablieren wird. Im Dialogprozess arbeiten die RZU-Mitgliedsregionen ZPG, ZPL und Stadt Zürich gemeinsam mit der Region Winterthur und Umgebung (RWU) zusammen. Das kantonale Amt für Mobilität (AFM) unterstützt den Prozess.
Eine aus den interessierten Mitgliedern zusammengesetzte Arbeitsgruppe bereitet den jährlichen Austausch vor. Zum Umgang mit Stadtautobahnen werden die notwendigen Grundlagen bereitgestellt sowie die Positionen der betroffenen Gemeinden und Regionen eingeholt und zusammengeführt. Die RZU-Geschäftsstelle ist für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung aller Sitzungen des Dialogprozesses verantwortlich. Weitere Informationen zum Dialogprozess sind im Mitgliederbereich zu finden.
Dialogprozess
Ortsdurchfahrten und Umsetzung Standards Staatsstrassen (seit 2017)
➤ Bestandteil von Schwerpunkt 2 | Gemeinsam den Agglomerationsverkehr der Zukunft entwerfen
Im Dialogprozesses Ortsdurchfahrten und Umsetzung Standards Staatsstrassen engagieren sich der RZU-Vorstand und die Präsidien der Mitgliedsregionen seit 2017 für siedlungsorientierte Ortsdurchfahrten, die zu einer hohen Standort- und Lebensqualität sowie einer konsistenten Innenentwicklung in den Gemeinden beitragen.
2022 beschloss der Vorstand, dass die RZU im Dialogprozess die Umsetzung der neu eingeführten Standards für Staatsstrassen beobachten und begleiten soll, unter Einbezug von Mitgliedsregionen und -gemeinden. Diese Standards sind als Konkretisierung des Strassengesetzes des Kantons Zürich zu verstehen. 2023 führte die RZU deshalb eine Umfrage unter ihren Mitgliedsregionen zu den bisherigen Erfahrungen auf regionaler und kommunaler Ebene mit den Standards für Staatsstrassen durch. Die Erkenntnisse wurden dem Baudirektor vorgestellt.
Im April 2024 wurde der Dialogprozess vorläufig sistiert. Der Unterbruch erfolgte, damit das kantonale Tiefbauamt sowie die Regionen und Gemeinden Erfahrungen bei der Umsetzung der 2022 eingeführten Standards für Staatsstrassen machen können. Dementsprechend wurden im Berichtsjahr 2025 keine Aktivitäten im Dialogprozess durchgeführt. 2026 wird der Prozess wieder aufgenommen. Die Präsidien der RZU-Mitgliedsregionen werden nach einer Sondierung bei den Gemeinden entscheiden, ob eine weitere Umfrage zum Stand der Umsetzung Standards Staatsstrassen durchgeführt werden soll.
Dialogprozess
Agenda Wachstum+: grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Nachbargemeinden und Nachbarstädte mit der Stadt Zürich
Die Bevölkerung in der Stadt Zürich und in den angrenzenden Städten und Gemeinden wächst. In diesem räumlich und funktional eng verflochtenen Gebiet wohnen aktuell über 600’000 Menschen. Die Prognosen rechnen auch in Zukunft mit anhaltendem Wachstum und dynamischer Entwicklung. Die Bevölkerungszahl könnte nach aktuellen Prognosen bis 2050 noch einmal um 30 Prozent ansteigen. Daraus entstehen Herausforderungen und Aufgabenstellungen, die nur gemeinsam und mit einem funktionalräumlichen Verständnis angegangen werden können. Auf dieser Basis können auch die Chancen genutzt werden, die sich aus dem Wachstum ergeben. Im Dialogprozess arbeiten deshalb Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Zürich und folgender 11 Städte und Gemeinden, die an die Stsdt Zürich angrenzen, zusammen: Adliswil, Dübendorf, Kilchberg, Oberengstringen, Opfikon, Regensdorf, Rümlang, Schlieren, Uitikon, Wallisellen und Zollikon.
Die beteiligten Städte und Gemeinden identifizierten insgesamt sieben grenzüberschreitende Teil- oder Fokusräume (vgl. Bilderstrecke), die im Dialogprozess vertieft behandelt werden. Mit regelmässigen Workshops trägt der Dialogprozess «Agenda Wachstum+» zu einem zielgerichteten Wissens- und Erfahrungstransfer und einem kontinuierlichen und themenfokussierten Austausch zu einer räumlichen Entwicklung unter dem Vorzeichen von Wachstum bei.
Abgeschlossene Tätigkeiten im Bereich «initiieren und vertreten»
Dialogprozess «Planerischer Umgang mit dem Wachstum» (2024–2025)
Die kantonalen Bevölkerungsprognosen rechnen für das RZU-Gebiet bis 2050 mit einem Wachstum von bis zu 400'000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern. Vor diesem Hintergrund führte die RZU ab 2024 zusammen mit Delegierten der RZU-Mitgliedsregionen einen Dialogprozess zum planerischen Umgang mit dem Wachstum durch.
An der Strategieklausur vom 10.07.2025 beschloss der RZU-Vorstand, wie mit den Ergebnissen aus dem Dialogprozess umgegangen wird (➤ Beitrag im Mitgliederbereich):
- Die Umfrage bei den kommunalen Planungs- und Bauverantwortlichen zum Wachstum aus dem Jahr 2024 wird im Mitgliederkreis gestreut. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Einschätzungen zur vergangenen und zur kommenden Wachstumsphase unterscheiden: Der Rückblick auf die letzten 20 Jahre ist eher positiv, der Ausblick eher skeptisch.
- Ab 2026 wird die RZU drei Projekte zu den Themen Preisgünstigkeit, effektive Umsetzung der erhöhten Ausnützung sowie Lenkung des Wachstums durchführen. Zudem werden zwei Informations- und Dialogveranstaltungen zu den Themen Interessenabwägung und kantonales Raumordnungskonzept (ROK) durchgeführt. Dies waren Anliegen der regionalen Prozessdelegierten zum Umgang mit dem zukünftigen Wachstum. Alle Folgeaktivitäten sind im Jahresprogramm 2026 sowie in der grafischen Übersicht zu den Prozessresultaten aufgeführt.
Abgeschlossene Tätigkeiten im Bereich «initiieren und vertreten»
Runder Tisch zum Thema «Wirkungsvollere
Beteiligung Regionen und Gemeinden bei Planfestlegung» (2020–2021)
Verschiedene Mitgliedsregionen und -gemeinden waren der Ansicht, dass sie in unterschiedlichen Themenbereichen nicht ausreichend in die Planungsprozesse der kantonalen Amtsstellen eingebunden werden bzw. die Zusammenarbeit zwischen kantonalen Amtsstellen, Regionen und Gemeinden unter Berücksichtigung der jeweiligen Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten verbessert werden sollte. Deshalb gaben sie der RZU im Jahresprogramm 2019/20 den Auftrag, einen Runden Tisch zur wirkungsvolleren Beteiligung von Regionen und Gemeinden bei der Planfestlegung durchzuführen. In einem ersten Schritt sollen dabei die Gründe für die kritische Einschätzung der aktuellen Situation, relevante Themen bzw. Projekte sowie mögliche Anpassungen ermittelt werden.
2020 hat die Geschäftsstelle im Auftrag der RZU-Regionspräsidienkonferenz analysiert, ob, wieso und bei welchen Themenstellungen Mitgliedsregionen und -gemeinden die Beteiligung bei kantonalen Planfestlegungen als unzureichend erachten. Die Rückmeldungen aus den Mitgliedsregionen haben gezeigt, dass ausser bei den Themen Ortsdurchfahrten und Gewässerraumfestlegung keine grundsätzlichen Probleme und Handlungsbedarfe ausgemacht werden. Bei den beiden Themen führt die RZU bereits Dialogprozesse unter Einbezug von Regionen, Gemeinden und den involvierten kantonalen Amtsstellen durch.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand an der Sitzung vom 16.04.2021 beschlossen, dass der Auftrag für die Einrichtung eines Runden Tisches abgeschrieben werden soll.
Abgeschlossene Tätigkeiten im Bereich «initiieren und vertreten»
Dialogprozess «Nutzungsvorgaben für regionale Arbeitsplatzgebiete» (2018–2019)
Im Rahmen des breit abgestützten Dialogprozesses wurden Empfehlungen für die Nutzungsvorgaben in regionalen Arbeitsplatzgebieten ausgearbeitet, die das kantonale Amt für Raumentwicklung umsetzen wird.
Zwischen 2018 und 2019 führte die RZU-Geschäftsstelle gemeinsam mit
dem kantonalen Amt für Raumentwicklung (ARE) einen mehrstufigen
Dialogprozess zum Thema «Nutzungsvorgaben in Arbeitsplatzgebieten»
durch. Auftraggeber war der damalige Regierungsrat Markus Kägi. In
diesem breit abgestützten Prozess wurden die Nutzungsvorgaben für
Betriebe des produzierenden Gewerbes, die im kantonalen Richtplan und
in den regionalen Richtplänen festgelegt sind, im Hinblick auf ihre
Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit analysiert. Auf dieser Basis
wurden Alternativvorschläge zu den bisherigen Ansätzen und
Vorgehensweisen entwickelt. Anfang 2019 konnte der Prozess mit einer
durch die Arbeitsgruppe erarbeiteten Empfehlung zum weiteren Vorgehen
abgeschlossen werden. Im Anschluss daran beauftragte Baudirektor
Markus Kägi das kantonale ARE mit der Umsetzung der Empfehlung. Die
Hintergründe, der Prozess und die Ergebnisse des Dialogprozesses
wurden auch in einem Artikel in der Ausgabe 07–08/2019, S. 18–19, der «Zürcher Wirtschaft», der Mitgliederzeitung des KMU- und
Gewerbeverbandes Kanton Zürich (KGV), zusammenfassend dargestellt.