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13. April 2021 | P.S. I Aufgefallen

WSL-Studie zeigt: Über 160 Subventionen schaden der Biodiversität in der Schweiz

Der Biodiversität kommt eine essenzielle Bedeutung zu, auch für die wirtschaftliche Entwicklung, wie etwa der SRI BES Index der Swiss Re aufzeigt. Die Biodiversität der Schweiz nimmt jedoch seit Jahrzehnten kontinuier­lich ab. Dieser Trend konnte bisher nicht aufgehalten werden, obwohl Bund und Kantone die Biodiversität mit zahlreichen Massnahmen fördern und sich auch entsprechende Zielvorgaben gesetzt haben. Zum Biodiversi­tätsverlust tragen unter anderem auch zahlreiche staatliche Subventionen und finanzielle Fehlanreize bei. Eine 2020 veröffentlichte Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL und der Akademie der Naturwissen­schaften Schweiz hat insgesamt 162 biodiversitätsschädigende Subventionen identifiziert. Diese schädigen die Biodiversität entweder vollständig (39%), teilweise (47%) oder je nach Umsetzung (14%).

Autobahndreieck ZH Sued Sihlbruecken 4 zu 3

Autobahndreieck Zürich-Süd: Sihlbrücken

Foto: © RZU

Biodiversitätsschädigende Subventionen vergünstigen die Produktion oder den Konsum und erhöhen damit den Verbrauch natürlicher Ressourcen. Beispiele dafür sind: die Zweckbindung der Verkehrsabgaben, die För­de­rung von Kleinwasserkraftwerken oder reduzierte Steuersätze auf Mineralöl. Der finanzielle Umfang dieser Subventionen beträgt laut Studie rund CHF 40 Mrd. pro Jahr. Diesem Betrag stehen CHF 520 Mio. bzw. CHF 1.1 Mrd. (je nach Rechnung) gegenüber, die der Bund, die Kantone und die Gemeinden jährlich für die Biodiversi­tätsförderung ausgeben (2015/16). Der Umfang der biodiversitätsschädigenden Subventionen ist damit rund 30-40-mal höher als der Umfang der biodiversitätsfördernden Massnahmen.

Um den Rückgang der Biodiversität in der Schweiz zu bremsen und die bestehenden Zielvorgaben zu erreichen, empfiehlt die Studie, 40% der identifizierten biodiversitätsschädigenden Subventionen abzuschaffen. Bei 51 % empfiehlt sie eine Umgestaltung oder Umleitung der Subvention. Die Autor*innen sind sich dabei bewusst, dass dies je nach betroffenem Bereich mit erheblichen politischen und praktischen Schwierigkeiten verbunden sein wird.

Ein Hinweis der Geschäftsstelle RZU: