Am 13.11.2025 stellte Silvia Tobias (Zentrum Landschaft, WSL) die Resultate und Produkte des Projekts +4° – Schweizer Landschaften im Klimawandel vor. An der virtuellen Veranstaltung nahmen rund 30 Personen teil.
Silvia Tobias betonte zu Beginn ihres Referats, dass es beim Projekt +4° nicht primär um die Erarbeitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse ging. Die Resultate und Produkte sollten eingesetzt werden können, um die breite Öffentlichkeit und interessierte Fachleute für die Folgen des Klimawandels für die Landschaft zu sensibilisieren.
Im Projekt wurden verschiedene Szenarien für zwei typische Regionen der Schweiz, das Mittelland und das Berggebiet, entwickelt. Diese Szenarien zeigen auf, wie sich unsere Landschaften bis Ende dieses Jahrhunderts bei einer Erwärmung um vier Grad verändern könnten. Im Projekt entstanden auch interaktive 360°-Panoramabilder und Videos, welche die möglichen Landschaftsveränderungen eindrücklich veranschaulichen.
Die Modellierungen und Visualisierungen zeigen auf, dass es sich lohnt, aktiv zu werden. Denn die heutige Landschaft ist nicht nur attraktiver als die Landschaft in den zukünftigen Szenarien, sondern erbringt auch die besseren Leistungen zugunsten der Gesellschaft, etwa im Bereich der Lebensmittelproduktion. Deshalb reicht Klimaanpassung allein nicht, der Klimaschutz bleibt zentral. Denn jedes zehntel Grad weniger Erwärmung zählt – das zeigen ja gerade auch die neusten Klimaszenarien «Klima CH2025».
In der anschliessenden Diskussion waren sich die Teilnehmenden einig: Solche Visualisierungen und Bilder und die zugrundeliegenden Geschichten sind wichtig, um die Bevölkerung und die Politik für die Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren. Denn statistische Daten und Durchschnittswerte wie +4°C bleiben abstrakt, konkrete Bilder und Beispiele können hingegen Fakten allgemein verständlich übersetzen und andere Zugänge ermöglichen. In der Diskussion wurden auch verschiedene Anpassungsstrategien und -massnahmen und die damit zusammenhängenden Herausforderungen erörtert, wie etwa das Schwammstadtprinzip, die Pflanzung von Stadtbäumen, den Waldumbau zu klimaresistenten Wäldern oder die Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel. Mit Bezug zur Landschaft entstehen dabei jedoch immer wieder Konflikte zwischen unterschiedlichen Zielen und Interessen, die angegangen, gegeneinander abgewogen und soweit möglich gelöst werden müssen. Gute gemachte Bilder, Visualisierungen und Geschichten auf einer fundierten wissenschaftlichen Grundlage können solche Diskussionen faktenbasiert unterstützen.
Der Foliensatz und die Aufzeichnung der Veranstaltung sind im passwortgeschützten Mitgliederbereich zu finden.