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9. April 2026 | Austausch Funktionalräume

Von Regensdorf-Zwhatt über den Ueber­landpark ans Glattufer in Düben­dorf: Austauschveran­stal­tung der Grossräume Basel, Bern und Zürich vom 28.03.2026

Am 28.03.2026 fand die Exkursion Zürich-Nord mit prominent besetzten Delegationen aus den Grossräumen Basel, Zürich und Bern statt. Der Anlass brachte den RZU-Vorstand mit Mitgliedern der kantonalen und städtischen Exekutiven sowie mit Chef­beamt*innen der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Bern und Zürich sowie der Städte Bern und Zürich zusammen.

Die Exkursion umfasste drei Stationen im Raum zwischen den Planungsregionen Furttal, Zürich und Glattal: erstens der neue Regensdorfer Stadtteil Zwhatt, zweitens die Autobahnüberdeckung und der Ueberlandpark in Zürich Schwamendingen und drittens das überkommunale Freiraumkonzept Fil-Bleu Glatt und der Bettli-Park in Düben­dorf.

1. Station «Regensdorf-Zwhatt»

An der ersten Station im neuen Regensdorfer Stadtteil Zwhatt begrüsste der Zürcher Regierungspräsident und Baudirektor Martin Neukom die Anwesenden aus den drei Funktionalräumen und gab einen kurzen Ausblick auf alle drei Stationen. Im Anschluss führten Martin Schriener (Pensimo), Oliver Lütjens (Lütjens Padmanabhan Architekt*innen) und Pablo Donet (Doscre Architekten) durch das Areal und gaben vertiefte Einblicke in die planerischen Rahmenbedingungen und architektonischen Überlegungen. Sie zeigten auf, dass das städtebauliche Konzept von Zwhatt und dessen Umsetzung vieles verbindet: die Erstellung neuer, bezahlbarer Wohnungen im Längsbau H1, ein Holzhochhaus mit hohen energetischen und ressourcenbezogenen Ambitionen sowie die sorgfältige Transformation bestehender Gewerbebauten in attraktiven Wohnraum.

Im Zwhatt wird der öffentliche Raum durch freibespielbare Bereiche ergänzt, die nachbarschaftliche Interaktionen fördern sollen, sowie durch eine vorgesehene Bespielung der Erdgeschosszonen. RZU-Präsident Max Walter erläuterte den Anwesenden die planerisch-politischen Hintergründe zum Entwicklungsgebiet Bahnhof-Nord. Abschliessend stellten Elvira Kinzner und Angelus Eisinger die Aktivitäten der RZU im Schwerpunkt Wohnraum für die wachsende Bevölkerung schaffen vor.

2. Station «Einhausung Schwamendingen und Ueberlandpark»

An der zweiten Station gab Eva-Maria Kopf einen Überblick über den RZU-Schwerpunkt Gemeinsam den Agglomerationsverkehr der Zukunft entwerfen. Gaudenz Schwitter (Präsident ZPP) stellte den Anwesenden die Inhalte der gemeinsamen Absichtserklärung Agglomerationsverkehr und den Anlass ihrer Erarbeitung vor. Diese Absichtserklärung, die im Januar von den RZU-Mitgliedsregionen Glattal, Pfannenstil, Zimmerberg, Limmattal und Stadt Zürich unterzeichnet worden ist, soll nun umgesetzt und die Zusammenarbeit der Beteiligten vertieft werden.

Daran anschliessend vermittelten Silvan Durscher (Grün Stadt Zürich) und Frank Argast (Amt für Städtebau, Zürich) Hintergründe zur Autobahn­überdeckung Einhausung Schwamendingen, zum Ueberlandpark auf der Einhausung und zur städtebaulichen Entwick­lung im Umfeld der Autobahn-Überdeckung. Tobias Berndt und Ilona Storchenegger stellten den Pavillon S vor. Der Pavillon ist ein nieder­schwelliger Begegnungsort mit Gastroangebot, der in der zu erwartenden Veränderung auf beiden Seiten der Einhausung ein fester sozialer Bezugspunkt sein soll und in dem sich Bewohner*innen der umliegenden Quartiere intensiv engagieren.

3. Station «Fil Bleu Glatt und Bettli-Park»

An der dritten Station an der Glatt stellte Dominik Bueckers (Studio Vulkan) das visionäre Freiraumkonzept Fil Bleu Glatt vor, das den Glattraum von Dübendorf bis Opfikon grundlegend verwandeln soll. Das agile Konzept sieht vor, dass der Flussraum auf 10 Kilometer Länge bis Mitte der 2030er Jahre schrittweise aufgewertet, neu vernetzt und erlebbar gemacht wird. Dabei denkt das Konzept Fuss- und Velo­verkehr, Erholung, Biodiversitätsförderung, Naturschutz und Hochwasser­schutz integral zusammen und lässt Spielräume für die situative Gestaltung und das Testen von verschiedenen Möblierungstypen (vgl. Webseite Kanton Zürich).

Anschliessend führte ein Spaziergang entlang der Glatt bis nach Dübendorf durch einen heterogenen, teils durch Infrastrukturen und Lärm geprägten Raum, der aber auch geradezu idyllische Parklandschaften aufweist. In Dübendorf stellte Reto Lorenzi (Leiter Stadtplanung, Stadt Dübendorf) den 2023 eröffneten Bettli-Park vor. Dank einer unbebauten Parzelle, kooperativen Nachbarn, finanziellen Mitteln eines lokalen Vereins und viel Engagement seitens der Stadt konnte dieser grosse und naturnahe Grünraum im wachsenden Dübendorfer Bahnhofsquartier realisiert werden. Schliesslich stellten Anna Domeniconi und Marc Zaugg Stern den RZU-Schwerpunkt Die Landschaft grossräumig entwickeln vor, der auf die Vernetzung der Freiräume im RZU-Gebiet fokussiert. Die anschliessende Diskussion zeigte, dass es Engagement und gute Beispiele braucht, wenn Freiräume im urbanen Raum gestärkt werden sollen. Wichtig sind robuste und zugleich situativ adaptierbare konzeptionelle Vorstellungen, eine über­kommunale Zusammenarbeit wie zum Beispiel im kantonsübergreifenden Birspark, dem Landschaftspark Wiese oder im Grünen Band Bern sowie Innovationen bezüglich Instrumenten und Prozessen.

Die Exkursion in den Norden Zürichs bildete den dritten Austausch zwischen den Funktionalräumen Bern, Basel und Zürich. 2028 soll die nächste Austauschveranstaltung stattfinden – voraussichtlich im Grossraum Bern.