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15. April 2026 | Strassenraum

Dübendorf und Zürich koordinieren sich entlang der Ueberlandstrasse – Düben­dorfs Stadt­planer Reto Lorenzi zieht eine positive Zwischen­bilanz

Reto Lorenzi, Stadtplaner von Dübendorf, blickt auf die Ueberlandstrasse, die Dübendorf direkt mit der Stadt Zürich verbindet. Heute führt diese Kantonsstrasse nicht mehr «übers Land», sondern durchquert einen zusammen­gewachse­nen und dynamischen Entwicklungs­raum. Aktuelle Projekte entlang dieser Achse reichen von der Verlänge­rung der Glattalbahn über neue Veloschnellrouten bis hin zu Sanierungen von Gebäuden oder Arealen.

Gemäss Reto Lorenzi fehlte den beiden Städten lange ein gemeinsames und übergeordnetes Verständnis für die Situation entlang der Ueberland­strasse. Unterschiedliche Stellen arbeiteten zeitgleich an Projekten auf Dübendorfer und Zürcher Gebiet, ohne dass die notwendige Koordination entlang der Achse stattfand.

Der Prozess: situativ, abschnittsweise, kooperativ und vor allem verstetigt

2019 haben Dübendorf und Zürich dann einen neuen Weg beschritten – unterstützt durch die RZU im Rahmen des Dialogprozesses Agenda Wachstum+. Zu Beginn stand eine Analyse des Raums entlang der Ueberlandstrasse durch die RZU, die unter den Beteiligten diskutiert und bewertet wurde. Die beiden Städte arbeiten seither in einem pragmatischen und projektorientierten Koordinationsprozess zusammen. Aus Sicht von Reto Lorenzi hat dieser Prozess folgende Qualitäten:

  • Das Vorgehen ist situativ, abschnittsweise und differenziert: Der Fokus liegt auf aktuellen und konkreten Fragestellungen und Herausforderungen sowie auf einzelnen Abschnitten. Bewusst wurde auf die Entwicklung eines starren Gesamtkonzepts verzichtet. Denn das Gebiet entlang der Ueberlandstrasse ist kein homogener Raum. Unterschiedliche Abschnitte vom Autobahnzubringer bis zum siedlungs­orientierten Bereich stellen unterschiedliche Anforderungen an den Umgang mit dem Strassenraum. Dementsprechend müssen differenzierte Lösungen entwickelt werden.
  • Die Koordination erfolgt projektweise und ressourcensparend: Im Prozess werden die einzelnen Projekte entlang der Ueberlandstrasse aufeinander abgestimmt und bestehende Abhängigkeiten berücksichtigt. Statt zusätzliche Gremien aufzubauen, werden die offenen Fragen situativ im Rahmen von bestehenden Projektierungen geklärt – jeweils unter Einbezug der anderen Stadt.
  • Beide Seiten profitieren vom Dialog: Im Kern des Prozesses steht der enge fachliche Austausch: bestehende Grundlagen werden gemeinsam ergänzt, blinde Flecken identifiziert, Zweitmeinungen der jeweils anderen Stadt eingeholt und Argumente für die Weiterentwicklung entlang der Ueberlandstrasse geschärft. Der gegenseitige Dialog hilft den beiden Städten damit auch, Prioritäten zu setzen und den Ressourcen­einsatz zu fokus­sieren.
  • Der Dialog konnte verstetigt werden: 2020 wurde ein jährlicher Austausch zwischen der Stadt Dübendorf, dem Amt für Städtebau und dem Tiefbauamt der Stadt Zürich etabliert. Dieser Austausch dient nun dazu, den Stand der Projekte in diesem dynamischen Raum abzugleichen und neue Fragestellungen und Themen zu identifizieren und aufzunehmen.

Erste Ergebnisse: Tempo 50 und mehr Klarheit

Das sichtbarste Resultat des bisherigen Prozesses ist die Reduktion auf Tempo 50 auf nahezu der gesamten Länge der Ueberland­strasse. Gemäss Reto Lorenzi verfolgte Dübendorf dieses Ziel seit Jahren. Weiterhin auf der Agenda sind die Tramtangente Nord, die städtebauliche Entwicklung entlang der Ueberlandstrasse und die zahlreichen weiteren Projekte in diesem dynamischen Raum.

Ein vorläufiges Fazit

Zusammenfassend zieht Reto Lorenzi ein positives Zwischenfazit zum niederschwelligen Koordinations­prozess. Mit einem vergleichsweise geringen Aufwand konnte eine grosse Wirkung erzielt werden: Dank der gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Ueberlandstrasse zu Beginn des Prozesses besteht heute sowohl ein gemeinsames Verständnis der Ueberlandstrasse zwischen den beiden Städten als auch eine inhaltliche Basis für die laufenden Projekte entlang der Strasse. Dies bildet die Grundlage für die intensivierte und verstetigte Zusammenarbeit über die Stadtgrenzen hinweg im weiteren Prozess.