zurück

13. April 2021 | Schaufenster Regionen, Städte und Gemeinden im RZU-Gebiet

Die Verlegung und Revitalisierung des Volliker­bachs in Esslingen: prägend für die Zentrums­entwicklung und nun auch nützlich für die Klimaanpassung

Aktuell setzen sich verschiedene Städte und Gemeinden im RZU-Gebiet mit der Gewässerraumfestlegung und damit mit ihren Gewässern im Siedlungsgebiet auseinander. In Esslingen, einer Ortschaft in der Gemeinde Egg, wurde bereits in den Nullerjahren ein weitsichtiger Umgang mit dem Gewässerraum des Vollikerbachs betrie­ben. Wie kam es dazu? Im «Esslinger Dreieck» entstand ab Mitte der 1990er Jahre das neue Dorfzentrum von Esslingen. Die Entwicklung im rund 26'000 Quadratmeter grossen Areal basierte auf einem öffentlichen Gestal­tungs­plan, der in Etappen umgesetzt werden sollte. Der Gestaltungsplan beinhaltete auch die Verlegung des Vollikerbachs infolge eines Erweiterungsbaus. Als Auftakt für die Zentrumsentwicklung wurden unter anderem der Neubau der Forchbahn-Endstation sowie die Poststelle realisiert. Nachher entstanden nach und nach ein Dorfladen sowie Geschäfts- und Wohnbauten mit 74 Wohnungen. Zentrales und prägendes Element des neuen Zentrums ist der Vollikerbach. Das neue Bachbett bildet nun eine «grüne Fuge» im zentrumsnahen Siedlungs­raum. Trotz beengter Verhältnisse wurde der neue Bach mit klaren ökologischen Zielsetzungen umgesetzt: Die Umsetzung kombiniert Betonverbauungen und eine naturnahe Gestaltung. Diese umfasst Kiesflächen, Bollen­steine, überspülte Wurzeln und Erdufer. Dank Unterstützung des Bauherrn konnte der Gewässerraum grösst­möglich ausgedehnt werden. Die naturnahe Gestaltung des Gewässerraums, eine Parkanlage mit Promenade und Bäumen sowie zwei Fussgängerstege bieten wertvolle Erholungs- und Freiraumqualitäten für das neue Dorfzentrum.

Fruhlingsaspekt mit Traubenkirschenblute 4 3

Gestaltungsqualitäten trotz beengten Platzverhältnissen

Fotos: © SKW

Mitten im Siedlungsgebiet nach Hochwasser 4 zu 3

Das Beispiel des Vollikerbachs zeigt: Mit Gewäserrevitalisierungen können im Siedlungsraum vielfältige Mehr­werte für Bevölkerung und Natur geschaffen werden. Zudem können solch naturnah gestaltete Fliessgewässer auch zur Kühlung und Durchlüftung des Siedlungsraums und zur Gefahrenabwehr bei Starkniederschlag bei­tragen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten.

Auskünfte zum Vollikerbach erteilt die Gemeinde Egg. Weitergehende Informationen zu Beispielen und Finan­zie­rungsmöglichen für Gewässerrevitalisierungen sind auf den Informationsplattformen Renaturierung der Ge­wäs­ser und Plattform Revitalisierung zu finden.

Ein Hinweis der Geschäftsstelle RZU: