Download: Jahresbericht 2015

Schwerpunkte des Arbeitsprogramms 2015

1. Richt- und Regionalplanung unterstützen

2. Nachhaltige Entwicklung des RZU-Gebiets fördern
3. Dachfunktion stärken

Die einzelnen Vorhaben der RZU-Geschäftsstelle für 2015 sind nach den folgenden Aktivitätsfeldern gegliedert:

  • Dienstleistungen
  • Beratungs-, Coaching- und Koordinationsaufgaben
  • Plattformaktivitäten
  • Projekte

Arbeitsprogramm 2015

1. Einleitung

Das Arbeitsprogramm der Regionalplanung Zürich und Umgebung (RZU) versteht sich als Arbeits­instrument gegenüber dem Vorstand, den Delegierten und innerhalb der Geschäftsstelle. Das Programm liefert eine Übersicht über alle Vorhaben im kommenden Jahr und informiert über die Bedeutung der Arbeiten für die RZU. Zudem enthält es Angaben über die in die Vorhaben involvierten Partner sowie über die im nächsten Jahr zu erwartenden Fortschritte.

Neu zum Aufgabenbereich der RZU-Geschäftsstelle zählt die Beratungs-, Coaching- und Koordinationstätigkeit für ihre Regionen und Mitglieder, die gemäss Beschluss des Vorstands vom 9. September 2014 auf 1. Juli 2015 in einer mehrjährigen Pilotphase gestartet werden soll. Die Geschäftsstelle verfolgt deshalb bei der Organisation ihrer Tätigkeiten folgenden, um die Beratungstätigkeit angepassten Grundsatz: Die höchste Priorität kommt der Versorgung der RZU-Mitglieder mit qualitativ hochwertigen Dienstleistungen sowie der Beratung in aktuellen Planungsfragen zu. Die in Ergänzung dazu durchgeführten Plattformaktivitäten und Projekte erlauben es der RZU-Geschäftsstelle, ihren Auftrag als Stabsstelle ihrer Mitglieder und als Think-Tank für das Kerngebiet des Zürcher Metropolitanraums zu erfüllen.

Die vier gerade genannten Aktivitätsfelder orientieren sich am laufenden Mehrjahres-Rahmenprogramm 2012–2015 und leisten dementsprechend einen Beitrag zu einem oder zu mehreren der drei im Mehrjahresprogramm aufgeführten Schwerpunktbereiche:

  1. 1.   Richt- und Regionalplanung unterstützen
  2. 2.   Nachhaltige Entwicklung des RZU-Gebiets fördern;
  3. 3.   Dachfunktion stärken.
  4.  

Nachfolgend werden die Aktivitätsfelder für das Jahr 2015 wie folgt vorgestellt:

  • Dienstleistungen (vgl. Abschnitt 2);
  • Beratungs-, Coaching- und Koordinationsaufgaben (vgl. Abschnitt 3);
  • Plattformaktivitäten (vgl. Abschnitt 4);
  • Projektaktivitäten (vgl. Abschnitt 5).


Der an diese Ausführungen anschliessende Abschnitt 6 enthält einen Ausblick auf die für das Jahr 2016 vorgesehenen Projektaktivitäten der RZU. Der abschliessende Abschnitt 7 liefert eine Übersicht über die wichtigsten Projektdaten.

2. Dienstleistungen 2015

Die Geschäftsstelle der RZU wird ihre Mitglieder 2015 wie bis anhin mit einer breiten Palette unterschiedlichster Dienstleistungen unterstützen. Konkret beinhaltet dies:

  • die sachgerechte und transparente Aufbereitung und Vermittlung von Informationen und Sach­verhalten sowie die Erstellung von Übersichten über aktuelle Entwicklungen; die Mitglieder sollen regelmässig über aktuelle Entwicklungen in wichtigen Belangen auf dem Laufenden gehalten werden. Zudem speist die RZU ihre Stellungnahmen weiterhin bereits in einer frühen Phase der Vernehmlassung in die Regionen ein, um die RZU-interne Meinungsbildung und Koordination zu stärken;
  • die aktive Mitarbeit in den regionalen Vorständen und Geschäftsleitungen insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung bei Richtplanarbeiten; diese Arbeiten dienen nicht zuletzt der Transparenz bezüglich laufender Planungen und Projekte sowie aktueller Themen im RZU-Raum und schaffen Möglichkeiten zur internen Vernetzung;
  • die Durchführung einer Weiterbildungsveranstaltung;
  • das Engagement der RZU-Geschäftsstelle in verschiedenen Arbeitsgruppen und Institutionen sowie die aktive Mitwirkung in verschiedenen Vorhaben von Dritten; diese vielfältigen Aktivitäten erlauben es, die Interessen der RZU und des RZU-Gebiets fokussiert einzubringen, die Mitglieder über wichtige Belange und Entwicklungen sachgemäss und zeitnahe zu informieren sowie Positionen über Fachbeiträge zu konkretisieren.


3. BERATUNGS-, COACHING- UND KOORDINATIONSAUFGABEN 2015

Das ab 1. Juli 2015 in einer dreijährigen Pilotphase startende Beratungs- und Koordinationsangebot der RZU besteht aus den drei Bausteinen:

  • «Erstberatung»: Regionen und Gemeinden der RZU können sich mit konkreten planerischen Anliegen für Erstgespräche im Sinne von «second opinions» an die Geschäftsstelle wenden;
  • «Coaching»: Die RZU-Geschäftsstelle konzipiert und moderiert Prozesse zur Lösung von aktuellen planerischen Aufgabenstellungen von überlokaler Relevanz. Voraussetzung für solche Coaching-Prozesse ist, dass diese zusammen mit mehr als einer Gemeinde beziehungsweise mehr als einer Region durchgeführt werden;
  • «Koordination»: Die RZU-Geschäftsstelle bietet die Organisation und Durchführung von Workshops an, an welchen die inhaltlichen Aspekte von angrenzenden regionalen Richtplänen vorgestellt und diskutiert sowie gemeinsame Ansatzpunkte für ihre Weiterbearbeitung etabliert werden.


Die drei Angebote sind als sich ergänzende Dienstleistungsangebote für die RZU-Mitglieder zu sehen, welche die bisherige Palette der Tätigkeiten der Geschäftsstelle erweitern. Die konkreten Zuständig­keiten, Kompetenzen und Vorgehensweisen sind im «Handbuch zur Beratungstätigkeit der Regional­planung Zürich und Umgebung» geregelt, das der Vorstand an der Sitzung vom 31. März 2015 beschliessen wird. An der Delegiertenversammlung vom 11. Juni 2015 werden die Delegierten dann über die wichtigsten, in einem Handbuch zusammengefassten Grundsätze und Abläufe des Beratungsmandats in Kenntnis gesetzt.

4. Plattformaktivitäten 2015

Das Format der Plattform stellt ein spezifisches Angebot der RZU dar, das Fachleute, Politik und Verwaltung zu konkreten Themen und Anliegen ins Gespräch bringen möchte. Die RZU-Geschäftsstelle will als Ort des Austausches und der Diskussion über wichtige raumplanerische Belange fungieren und dabei diese Aspekte besser in Politik, Verwaltung und Bevölkerung verankern.

Im Bereich Plattformaktivitäten wird die RZU im Jahr 2015 folgende Angebote bereitstellen:

  • die Weiterführung der seit 2011 durchgeführten RZU-Werkstatt zur Regionalplanung (Experten-Plattform);
  • zwei Veranstaltungen zu aktuellen Themen, die im Format der etablierten «Plattform Raumentwicklung Zürich und Umgebung» (RZU-interne Plattformen) durchgeführt werden;
  • die Organisation eines öffentlichen Anlasses zu siedlungspolitischen Grundsatz­fragen, der sich voraussichtlich mit der weiteren Entwicklung des Wohnstandorts RZU-Raum beschäftigen wird.


5. Projektaktivitäten 2015

Die Projekte der RZU sollen integrale Betrachtungsweisen verfolgen und/oder thematische Zwischenräume und Schnittstellen besetzen, die für die weitere Entwicklung des RZU-Raums von Bedeutung sind. Bezüglich der im folgenden Abschnitt vorgestellten Projekte sind drei Aspekte zu beachten:

  • In der Einleitung wurde ausgeführt, dass sich das Arbeitsprogramm der RZU als Arbeits­instrument gegenüber dem Vorstand, den Delegierten und innerhalb der Geschäftsstelle versteht. Aus diesem Grund werden bei der nachfolgenden Erläuterung der Projekte sowohl die im Jahr 2014 geleisteten oder noch vorgesehen Arbeiten als auch die für 2015 geplanten Arbeitsschritte aufgeführt.
  • Mit dem neuen Aufgabenbereich der Beratung (vgl. Abschnitt 3) wird die Projektarbeit von sieben auf vier Projekte reduziert. Gleichzeitig soll aber Gewähr geboten werden, dass alle momentan laufenden Projekte bis Ende 2015 zu einem sinnvollen Abschluss gebracht werden können. Die folgende Aufstellung unterscheidet in diesem Zusammenhang zwischen Projekten mit Laufzeit bis Ende Juni 2015 und solchen, die über das ganze kommende Jahr verfolgt werden.
  • Es gilt weiterhin, dass sich aus der Aktualität des Tagesgeschehens Ansprüche an die Geschäftsstelle und damit verbundene Aufträge ergeben können, die bei einzelnen Projekten dazu führen, dass die vorgesehenen Arbeiten zurückgestellt werden oder gegenüber dem Arbeits­programm Verzögerungen erfahren.

 

A) Projekte mit Abschluss bis Ende Juni 2015

5a) Räumliche Verteilung der Nutzungsschwerpunkte / funktionale Spezialisierung

In diesem Projekt soll abgeklärt werden, ob und inwieweit eine weitere funktionale Spezialisierung im RZU-Gebiet möglich und sinnvoll ist. Dabei sollen u.a. Gebiete identifiziert werden, die für die weitere Entwicklung des RZU-Raums von strategischer Bedeutung sind. Bis Ende 2014 werden Grundlagen zur funktionalen Spezialisierung im RZU-Raum erarbeitet, die in einem Workshop mit den RZU-Regional­planern diskutiert werden. 2015 werden die sich daraus ergebenden Themen im Rahmen eines zweiten Workshops mit Schlüsselverantwortlichen der identifizierten Schwerpunkte funktionaler Spezialisierung vertieft und weiterentwickelt.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Die Projektresultate werden in einem thesenhaften Bericht mit Übersichts- und Themenkarten zusammen gefasst. Sie zeigen nicht nur Räume funktionaler Spezialisierung, sondern reflektieren auch deren Beziehung zum Umfeld und die daraus entstehenden Aufgaben. Die Projektresultate liefern eine fundierte Grundlage zur planerischen Auseinandersetzung mit möglichen Räumen im RZU-Gebiet, die sich zu einer funktionalen Spezialisierung eignen. Zudem entstehen robuste Vorstellungen im Hinblick auf die RZU-interne Vernetzung dieser Räume. Die erzielten Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für das weiterführende Projekt «Verwandtschaftskarte» (vgl. dazu Projekt 5h), das die RZU in der zweiten Hälfte 2015 in Angriff nehmen wird.

5b) Räume der Alltagserholung im RZU-Gebiet (bisher: Parknetz)

Die in den letzten Jahren von der RZU im Rahmen des «Landschaftssystems_RZU» durchgeführten Vorarbeiten zu siedlungsnahen Freiräumen werden mit dem Projekt «Räume der Alltagserholung im RZU-Gebiet» inhaltlich weitergeführt und vertieft. 2014 wurden intensive Grundlagen-Arbeiten sowie ein Workshop mit vier externen Expertinnen und Experten durchgeführt. Letzterer bestätigte die Dringlichkeit und Relevanz des Themas, legte aber gleichzeitig auch die Abkehr von den bis anhin verwendeten Begriffen «Park» und «Parknetz» nahe. Neu stehen die räumlichen Begebenheiten und Eigenheiten von siedlungsnahen Räumen der Alltagserholung sowie die damit verbundenen Aktivitäten und Motive der Nutzer im Zentrum. Die im Herbst 2014 anstehenden Begehungen und Beobachtungen im Feld werden die Basis für eine differenzierte nutzerorientierte Auseinandersetzung mit ausgewählten Freiräumen bilden. In Zusammenarbeit mit externen Büros werden daraus bis Ende 2014 erste skizzenhafte Vorstellungen zu denkbaren Strategien für den Umgang mit Räumen der Alltagserholung entwickelt. Die erarbeiteten Skizzen sollen 2015 in einem weiteren Workshop gemeinsam mit externen Experten besprochen und analysiert werden.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Die grundlegenden Erkenntnisse zu Räumen der Alltagserholung im RZU-Gebiet werden in einem Kurzbericht festgehalten. Die Projekt­resultate vertiefen das Verständnis von Alltagserholung. Letztere wird normalerweise nicht in den üblichen Kategorien der Raumplanung erfasst und stellt doch eine Schlüsselrolle für eine benutzergerechte Freiraum­versorgung dar. Die im Schlussbericht konsolidierten Erkenntnisse finden dann ebenfalls Eingang in das Projekt «Verwandtschaftskarte» (vgl. dazu Projekt 5h).

5c) Innovative Beiträge zur räumlichen Entwicklung – eine aktuelle Sichtung

Die aktuelle räumliche Entwicklung kennt nicht nur unterschiedliche Treiber und Trends, sondern steht auch vor erheblichen Herausforderungen wie etwa der Siedlungsentwicklung nach innen, der Entwicklung nachhaltiger Mobilitätskonzepte für Funktionalräume oder der Sicherung attraktiver siedlungsnaher Landschaftsräume. Die in diesem Projekt betriebene Grundlagenforschung verfolgt vor diesem Hintergrund eine Sichtung aktueller Entwicklungen und «best-practice»-Projekte in den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr. Gemeinsam mit Experten und Planungsverantwortlichen werden übertragbare Elemente und «lessons learned» heraus gearbeitet, die neue Impulse für die weitere Entwicklung des RZU-Gebiets liefern können. Grundlage dafür bildet eine Erhebung zu innovativen Beiträgen für die räumliche Entwicklung in den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr sowie hinsichtlich Prozess­gestaltung und Planungsverfahren. Diese Erhebung hat die RZU im Jahr 2014 europaweit durchgeführt. Die Umfrageergebnisse wurden durch eine intensive Literaturrecherche ergänzt. Gegen Ende von 2014 werden sie im Rahmen einer Expertenrunde hinsichtlich ihrer potentiellen Beiträge für das RZU-Gebiet diskutiert. 2015 werden die Ergebnisse mit Blick auf tragfähige Umsetzungsstrategien für das RZU-Gebiet weiterentwickelt.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Die resultierende Auslegeordnung zu innovativen Beiträgen zur räumlichen Entwicklung wird wichtige Hinweise liefern, wie die regionale Entwicklung den wachsenden Herausforderungen, u.a. hinsichtlich Mobilitätsmanagement, Verdichtung, Energieverbrauch oder Orten der Begegnung und Vernetzung, durch eine Auseinandersetzung mit beispielhaften Projekten zukunftsgerichtet begegnen kann. Die Erkenntnisse werden in einem Artikel in einer Fachzeitschrift publiziert. Vorgesehen sind zudem eine kommentierte, RZU-interne Dokumentation von beispielhaften Ansätzen sowie die Durchführung einer RZU-Plattformsitzung, an welcher wegweisende Projekte und daraus abgeleitete mögliche Ansätze für die weitere Entwicklung des Zürcher Grossraums vorgestellt werden.

5d) Entwicklung Kulturlandschaft im RZU-Gebiet

Das Projekt untersucht aktuelle Entwicklungstrends in der Landwirtschaft, die Aufschluss geben über die künftige Entwicklung der Kulturlandschaft im RZU-Gebiet. Neben einer vertieften Analyse der aktuellen Trends stehen auch die mit der neuen Agrarpolitik 2014–2017 lancierten Landschaftsqualitätsbeiträge hinsichtlich ihrer Auswirkungen und Potentiale für die räumlichen Begebenheiten des RZU-Gebiets im Fokus. Die Auswertung von Literatur und Interviews zu aktuellen Entwicklungen im Agrarbereich beziehungsweise der Kulturlandschaft wird bis Ende 2014 in einem ersten internen Zwischenbericht konsolidiert. Im ersten Jahresviertel 2015 werden die wichtigsten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen des Zwischenberichts mit Experten und Regionalplanern im Rahmen eines Workshops diskutiert und bewertet.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Die Projektergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst, der auch Abbildungen und Visualisierungen zu den erwarteten Entwicklungstrends betreffend Kulturlandschaft enthalten wird. Die resultierende Auslegeordnung wird wichtige Hinweise für einen angemessenen raumplanerischen Umgang mit Landwirtschaftsflächen im urban geprägten RZU-Gebiet generieren und eine weitere wichtige Grundlage für die Arbeiten im Rahmen des Projekts «Verwandtschaftskarte» (vgl. Projekt 5h) liefern.

 

B) Projekte mit Laufzeit über das gesamte Jahr 2015

5e) Erfahrungsaustauschprozess zur Zentrumsentwicklung

Der zweite «Erfa-Prozess» der RZU startet mit der Delegiertenversammlung und der öffentlichen Veranstaltung vom 27. November 2014 zum Thema «Wie weiter mit den Ortszentren?». Im Rahmen dieses Erfa-Prozesses sollen die Erwartungen und Erfahrungen bezüglich aktueller und zukünftiger Rollen und Aufgaben von Ortszentren diskutiert werden. Über diesen gemeinsam mit externen Experten durch­geführten Austausch sollen Vorschläge im Hinblick auf zielführende Ansätze und Strategien zu einer Verbesserung der aktuellen Situation im Bereich Ortszentren ausgelotet werden. Bis 2016 sind drei Veranstaltungen vorgesehen, die von der Geschäftsstelle der RZU organisiert, durchgeführt und dokumentiert werden.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Viele Gemeinden im RZU-Gebiet (wie auch in der übrigen Schweiz) beschäftigt momentan die Frage der weiteren Entwicklung und Rollen ihrer Ortszentren. Der Erfahrungsprozess zur Ortszentrumsentwicklung schafft einerseits Einsichten in gemeinsam geteilte Problemlagen und Herausforderungen. Andererseits zeigt er in der Auseinandersetzung mit RZU-internen und externen Fallbeispielen neben Tendenzen auch Optionen bei der Weiter­entwicklung von Ortszentren auf. Die Ergebnisse und Fortschritte der einzelnen Veranstaltungen werden jeweils in Form einer Dokumentation festgehalten werden. Den Abschluss des Erfa Ortszentrumsentwicklung wird eine Synthesepublikation bilden, die auch an breitere Kreise ausserhalb der Beteiligten gerichtet sein wird.

5f) Entwicklung des Wohnstandorts RZU-Gebiet (gemeinsam mit Ernst Basler & Partner, EBP)

Das gemeinsam mit EBP lancierte Projekt untersucht die aktuelle Entwicklung der Wohnnachfrage im RZU-Raum. Anhand von vier bis sechs exemplarischen Gebieten des Zürcher Grossraums werden planerische und städtebauliche Hinweise, Chancen und Herausforderungen der anhaltenden Wohnnach­frage ausgelotet und herausgearbeitet. Diese Erkenntnisse werden mit Partnern und externen Experten zu räumlichen Aussagen über die weiteren Entwicklungen des Wohnstandorts RZU-Gebiet verdichtet. Es ist vorgesehen, dass die RZU-Regionalplaner bei der Auswahl der Untersuchungsräume sowie bei der Validierung der Projektergebnisse im Rahmen von zwei von der RZU finanzierten Workshops mitwirken.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Das Projekt wird anhand der auf die RZU-Regionen abgestimmten Auswahl der exemplarischen Gebiete für jede Region wichtige Hinweise auf die verschiedenen Einflussfaktoren und Voraussetzungen für zukunftsgerechte Wohnformen formulieren. Basierend auf den Projektresultaten können die Regionen eine den örtlichen Verhältnissen angepasste und substantielle Diskussion über die weitere Entwicklung des Wohnens in ihrem Raum führen. Das Projekt wird 2015 mit einem Bericht und einer Veranstaltung im Rahmen der RZU-Plattform­aktivitäten abgeschlossen.

5g) Toolbox für innovative Denkräume (bisher: Testplanung neu ausrichten)

Der Wirkungsanalyse von Planungsinstrumenten und den daraus abzuleitenden Einsichten kommen eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung im Raum zu. Das Instrument der Testplanung hat in der Schweiz wie im Zürcher Grossraum vor allem im Zuge der Umnutzung von Industriebrachen der räumlichen Entwicklung wesentliche Impulse zu verleihen vermocht. Über die letzten Jahre mehrten sich bei Auftraggebern wie Auftragnehmern Zeichen wachsender Unzufriedenheit und Zweifel bezüglich der Leistungsfähigkeit des Instruments. Gleichzeitig bedarf der anstehende Trans­formationsprozess der Metropolitanräume Instrumente der Analyse und Konzeption. Das Projekt zieht vor diesem Hintergrund Bilanz und lotet alternative Pfade der Ideengenerierung für die weitere räumliche Entwicklung aus. 2014 ist das Instrument der Testplanung in Experteninterviews und Literaturrecherchen auf den Prüfstand gestellt worden. In einem Expertenworkshop gegen Ende des Jahres werden die darauf basierenden Empfehlungen diskutiert. Die für 2015 vorgesehenen Arbeiten widmen sich den «innovativen Denkräumen», die über rein formale Planungsverfahren oder bekannte informelle Ansätze wie Wettbewerbe hinausgehen.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Aus dem Projekt resultiert eine kommentierte und bewertete Auslegeordnung von heute bereits in der Praxis bewährten Instrumenten, die integrierte, sach- und problembereichsübergreifende Planung möglich machen. Die Arbeiten zu den Testplanungen werden 2014 in einem Fachartikel abgeschlossen. Die Resultate zu den «neuen Denkräumen» werden 2015 in einer «Toolbox» aufbereitet und im Rahmen einer Abschlusstagung reflektiert. Die Projekt­resultate zeigen den Gemeinden und Regionen im RZU-Gebiet Möglichkeiten auf, wie sie die teilweise neuartigen und komplexen Herausforderungen der räumlichen Entwicklung mit angemessenen Planungsverfahren vorbereiten und begleiten können.

5h) Verwandtschaftskarte RZU

Aufbauend auf den Vorarbeiten zur funktionalen Spezialisierung im RZU-Gebiet, zur Kulturlandschaft und zur Alltagserholung (siehe Projekte 5a, 5b und 5d) setzt sich das Projekt Verwandtschaftskarte RZU zum Ziel, ein praxisnahes und differenziertes Porträt des RZU-Gebiets zu schaffen. Dieses Porträt soll wichtige Beiträge zur strategischen Weiterentwicklung des Gesamtraums und seiner Regionen und Teilräume liefern. Dazu gilt es, strukturell verwandte Räume im RZU-Gebiet zu identifizieren und diese Verwandtschaften sichtbar zu machen. Solche Verwandtschaften können sich in räumlichen oder thematischen Zusammenhängen äussern und Ähnlichkeiten bezüglich Herausforderungen und Entwicklungen aufweisen. Mit der Verwandtschaftskarte möchte die RZU eine Grundlage schaffen, um den themenfokussierten Austausch innerhalb des RZU-Gebiets zu verbessern und das gemeinsame Lernen bei politischen Verantwortlichen und Planenden über Regions- und Gemeindegrenzen hinweg anzuregen. Letzteres bildet die Grundlage für Strategietransfers innerhalb des RZU-Gebiets sowie für die Entwicklung gemeinsamer Ansätze zur Bearbeitung dieser lokal anfallenden Aufgaben. Im Jahr 2015 sollen konzeptionelle Vorarbeiten für das längerfristig angelegte Projekt der Verwandtschaftskarte durchgeführt werden. Zu diesem Zweck wird ein Beirat eingerichtet werden, der sich aus vier Experten zu den Bereichen Kartierung, Städtebau, Landschaftsentwicklung und Raumplanung zusammensetzt.

Projektresultate und zu erwartender Mehrwert für die RZU-Mitglieder: Die Karten und Analysen aus dem Projekt lassen neue, Regions- und Gemeindegrenzen überschreitende thematische Bezüge erkennen. Sie erlauben es, spezifische und gemeinsame Strategien der weiteren Entwicklung problemgestützt und in Kenntnis verschiedener Optionen zu formulieren.

 

6. Ausblick auf die Projektaktivitäten im Jahr 2016

Gemäss der aktuellen Planung sind für 2016 der Abschluss oder die Fortsetzung folgender Projekt­aktivitäten vorgesehen:

6a) Abschluss Erfahrungsaustauschprozess zur Zentrumsentwicklung

Im ersten Quartal 2016 wird der dritte Workshop des Erfa Ortszentrumsentwicklung durchgeführt. Der gesamte Prozess soll in der ersten Jahreshälfte 2016 mit einer Sammlung und Aufbereitung von zielführenden Ansätzen und Strategien zu einer Verbesserung der aktuellen Situation im Bereich der Ortszentren abgeschlossen werden.

6b) Fortsetzung Projekt «Verwandtschaftskarte RZU»

2016 werden die Kriterien für strukturelle Verwandtschaften präzisiert, die im Rahmen der 2015 durchgeführten konzeptionellen Vorarbeiten zum Projekt «Verwandtschaftskarte RZU» erarbeitet wurden. Diese Kriterien werden mit den Regionalplanern und dem Beirat diskutiert und in die schrittweise zu erarbeitende Verwandtschaftskarte RZU übersetzt. Mit der Konsolidierung setzt auch die konzeptionelle Arbeit mit der Karte ein, die verwandte Raumeinheiten miteinander in Beziehung setzt und die gemeinsame Diskussion über planerischen Möglichkeiten und Aufgaben bei deren weiteren Entwicklung ermöglicht.