Download: Jahresbericht 2013

Schwerpunkte des Arbeitsprogramms 2013

1. Richt- und Regionalplanung unterstützen
  1. 2. Nachhaltige Entwicklung des RZU-Gebiets fördern
  2. 3. Dachfunktion stärken

    Der Schwerpunkt 2 besteht aus den drei Bereichen:

  1. 2.1 Optimierung der inneren Verdichtung
  2. 2.2 Koordination Siedlung und Verkehr
  3. 2.3 Synergien Landschaft und Siedlung

Arbeitsprogramm 2013

1. Richt- und Regionalplanung unterstützen

2011 und anfangs 2012 waren in intensiver fachlicher Zusammenarbeit mit den Regional­planenden der RZU-Regionen die regionalen Raumordnungskonzepte (Regio-ROKs) nach einheitlichen Grundsätzen und mit einheitlichen Komponenten geschaffen und zum «Integrierten Zielbild 2030 der Regio-ROKs» zusammengefügt worden. Dieses Dokument hat den Regionen und dem Kanton als wertvolle Grundlage gedient.

Nach der Erarbeitung der Regio-ROKs sind die Regionen nahtlos zur Gesamtüberarbeitung des regionalen Richtplans übergegangen. Anknüpfend an die positive Erfahrung mit dem «Integrierten Zielbild 2030 Regio-ROKs» hat die RZU eine «RZU-Werkstatt zur regionalen Richt­planung» eingerichtet. Diese Werkstatt ist fachlich orientiert. Sie umfasst alle Regionalplanenden der RZU-Regionen (und der Nicht-RZU-Regionen im Gäste-Status) und Vertreter des ARE des Kantons Zürich. Die zu behandelnden Themen werden von den Teilnehmenden bestimmt und bestritten. Häufigkeit und Intensität der Werkstatt richten sich nach den Bedürfnissen der Regionen und des ARE und stehen im Zug der regionalen Richtplanarbeiten. Die RZU-Werkstatt zur regionalen Richtplanung soll 2013 fortgeführt werden.

2. Nachhaltige Entwicklung des RZU-Gebiets fördern


2.1 Optimierung der inneren Verdichtung
Die Entwicklung der Siedlung des RZU-Gebiets ist eingehend analysiert worden. Diese «Grundlagen der Siedlungsentwicklung des RZU-Gebiets» haben auch gezeigt, dass es im Siedlungskörper Gebäude und Nutzungen gibt, die von ihrer Funktion her «Spezialitäten» darstellen und dem Raum in ihrer Umgebung eine gewisse «Identität» verleihen. Diese in den Regio-ROKs als «Nutzungsschwerpunkte» bezeichneten Nutzungen sind wichtige struktur- und erkennungsbildende Elemente der Siedlung, die charakteristische räumliche Funktionen erfüllen. Unter dem Ziel der Optimierung der inneren Verdichtung stellt sich die Frage, ob eine funktionale Spezialisierung, d.h. eine grossräumige Aufteilung bestimmter Nutzungen im RZU-Gebiet möglich ist. Erste Überlegungen dazu wurden angestellt. Die Arbeiten zur räumlichen Verteilung der Nutzungsschwerpunkte sollen 2013 fortgeführt werden.

Die Thematik «Innere Verdichtung und Siedlungsqualität» ist in den vergangenen Jahren in breiten Kreisen innerhalb und ausserhalb der RZU immer wieder als zentrales Problem aufgebracht worden. Je höher die Dichten sein werden, als desto drängender tritt die Problematik in Erscheinung. Die Strategieklausur des RZU-Vorstands vom 14. Juli 2011 hat die überragende Bedeutung des Themas nachdrücklich unterstrichen. Zu dessen Behandlung sind verschiedene Ansätze denkbar. Die RZU hat ihren Zugang zum Thema mit dem Projekt «RZU-Erfahrungsprozess zur Siedlungsqualität bei innerer Verdichtung» gewählt. In einem qualifizierten «Erfa»-Prozess mit den Planungs- und Bauverantwortlichen «an der Front» auf der kommunalen, regionalen und kantonalen Ebene sollen Erfahrungen ausgetauscht und damit die «ausgewählten Aspekte» identifiziert werden, die dann gezielt vertieft analysiert und zu einer gemeinsamen konzeptionellen Stossrichtung entwickelt werden sollen. Die Vorphase dieses Projekts schliesst 2012 ab. Für die Koordination mit dem kantonalen Amt für Raumentwicklung ist gesorgt. Die eigentlichen Veranstaltungen im Erfahrungsprozess zur Siedlungsqualität bei innerer Verdichtung beginnen im Februar 2013. Für 2013 sind drei Veranstaltungen vorgesehen.

Wie der Bericht «Grundlagen der Siedlungsentwicklung des RZU-Gebiets» zeigt, werden die heutigen Kapazitäten zur Schaffung zusätzlicher Geschossflächen bis im Jahr 2015 stark reduziert und 2025 praktisch aufgebraucht sein. Mit dieser Aussicht stellen sich siedlungspolitische Grundsatzfragen. Es ist entwicklungsstrategisch bedeutsam, dass diese Fragen sehr rasch gestellt und behandelt werden. Die RZU sieht vor, sich 2013 in die Diskussion der siedlungs­politischen Grundsatzfragen einzubringen und eine über die Planerkreise hinaus­gehende meinungsbildende Rolle zu spielen.

2.2 Koordination Siedlung und Verkehr
Der Bericht «Grundlagen der Siedlungsentwicklung des RZU-Gebiets» zeichnet ein detailliertes Bild der vergangenen und künftigen Entwicklung der Siedlung auf und zeigt, dass ungefähr im Jahr 2025 die Kapazitätsreserven aufgebraucht sein werden, d.h. der Vollausbau erreicht sein wird. Im Vergleich zwischen 2005 und 2025 wird im RZU-Gebiet eine Erhöhung der durchschnittlichen Dichte, ausgedrückt in Köpfen pro Hektaren, von rund 14% stattgefunden haben. Es stellt sich die Frage, wie das Zusammenspiel von Siedlung und Verkehr aussehen wird. Und die Einstiegsfrage ist: Was sind die verkehrlichen Konsequenzen des Vollausbaus des RZU-Gebiets? Die Fragestellung soll 2013 angegangen werden, wobei verschiedene Zugänge möglichen sind, von pragmatischen Überlegungen bis hin zu Modellrechnungen.

Die RZU hat sich schon immer am Mikrozensus Mobilität und Verkehr beteiligt, um relevante Fakten zum Verkehr des RZU-Gebiets zu erhalten. Die Daten des Mikrozensus 2010 stehen seit Mitte 2012 zur Verfügung. Die RZU wird 2012 ihre spezifischen Auswertungen im Wesentlichen vorgenommen und die Ergebnisse anschaulich publiziert haben. 2013 ist mit Folge-Auswertungen und Vertiefungsarbeiten zum Mikrozensus Mobilität und Verkehr zu rechnen.

Die RZU möchte eine Übersicht über die Verkehrsvorhaben in den Regionen erstellen. Es geht um Projekte, Vorhaben, Ideen und Anliegen zu Infrastruktur, Betrieb, Management, Bewirtschaftung etc.. Die Informationslage ist günstig aufgrund der Regio-ROKs, der in vielen Regionen durchgeführten Gespräche mit den Gemeinden, den Arbeiten zu den Agglomerationsprogrammen und den laufenden Richtplanarbeiten. Die Absichten sind, auf diesem Weg Koordinationsfragen zu klären, Synergien in der Problembearbeitung zu finden, interregionale Interessenlagen festzustellen, die langfristige Vorbereitung auf das Agglomerationsprogramm 3. Generation einzuleiten und nach Möglichkeit Koordinationshilfe zu leisten. 2013 soll die Erarbeitung der Übersicht über die Verkehrsvorhaben in den Regionen an die Hand genommen werden.

Im Projekt «siedlungsorientierte Strassen» geht es um Folgendes: Das RZU-Raumentwicklungs­leitbild (REL) hält als eines seiner Ziele fest: Die Hauptverkehrstrassen sind innerorts aufzuwerten, indem Gestaltung und Betrieb auf die Koexistenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmer und auf die Bedürfnisse der Anwohnenden ausgerichtet sind. Die Thematik stellt sich in vielen Gemeinden als Problem und in den Regionen als Aufgabe in der Gesamtüberarbeitung der regionalen Richtpläne. In diesen gilt es, die «siedlungsorientierten Strassen» zu bezeichnen. Das RZU-Projekt möchte primär Übersicht schaffen und den Stand der Kenntnisse und des Know-how an die Regionen und Gemeinden vermitteln. Neben den Sachfragen und Verfahren sind auch die Prozesse der konkreten Realisierung in und mit den Gemeinden in Betracht zu nehmen. Der Start des Projekts «siedlungsorientierte Strassen» ist für 2013 vorgesehen.

Das Projekt «visionäre Leitplanung» sieht vor, eine Langfrist- und Grundsatzstudie zu Siedlung und Verkehr durchzuführen. Sie geht zurück auf die RZU-Strategieklausur 2009. Die Überlegungen zum Klimawandel, die am RZU-Symposium vom 17. Juni 2010 breit dargelegt worden sind, haben die Notwendigkeit einer Langfristbetrachtung hervorgehoben und so die Bedeutung dieser Grundlagenarbeit unterstrichen. Das Projekt «Visionäre Leitplanung» ist bislang in beschränktem Umfang von der RZU selbst angegangen worden und hat Wert auf die Verwendung von Resultaten anderer, laufender und anlaufender Projekte gelegt. 2013 sollen die Projektarbeiten in der «visionären Leitplanung» fortgesetzt werden.

2.3 Synergien Landschaft und Siedlung
In den vergangenen Jahren hat die RZU in enger Zusammenarbeit mit den Regionen, der Stadt Zürich und dem Kanton Zürich das «Landschaftssystem_RZU» entworfen. Das Zielbild ist Grundlage für die laufenden Richtplanarbeiten. 2013 ist im «Landschaftssystem_RZU» mit Anwendungs- und Vertiefungsarbeiten seitens der RZU zu rechnen.

Der RZU-Raum ist ein urbaner Ballungsraum, in dem die Erholung eine besonders grosse Bedeutung für die Wohn- und Arbeitsbevölkerung hat. Das hat schon die Erarbeitung des Raumentwicklungsleitbilds «Siedlung und Verkehr» deutlich gemacht. Im Zuge der Erarbeitung der Regio-ROKs haben die Regionen als Ergänzung und Konkretisierung des Landschaftssystems_RZU die Kategorie «Erholungsgebiete von überregionaler Bedeutung» eingeführt. Die fortlaufende innere Verdichtung wird das Bedürfnis nach Räumen zur Erholung, namentlich zur Naherholung, weiter verstärken. Das RZU-Arbeitsprogramm 2011 sah ein Projekt «Schlüsselräume des Landschaftssystems» vor, das sich auch an den Ergebnissen des Projekts «Metropolitanraum als Parklandschaft» der Metropolitankonferenz Zürich orientieren sollte. Letzteres enthält die Idee eines «Parkzellen-Netzes». Die verschiedenen Inspirationen, Anliegen und Absichten, die es zur Erholung und Naherholung im RZU-Gebiet gibt, hat die RZU zu einem Projekt «RZU-Parknetz Alltagserholung» verdichtet. Dieses konzentriert sich auf die Nah- und Nächsterholung an Orten im nahen Umfeld der Siedlungen, die gut zu Fuss und per Velo erreichbar und untereinander verbunden sein sollen. Das Projekt «RZU-Parknetz Alltagserholung» soll 2013 gemäss der laufenden internen Vorstudie bearbeitet werden.

Das raumplanungsstrategische Grundproblem mit der Landschaft ist, dass der Wald und die Gewässer durch Spezialgesetzgebungen und das Landwirtschaftsgebiet im Bereich Fruchtfolgeflächen (FFF) durch Verordnungen der praktischen Gestaltung durch die Raumplanung weit­gehend entzogen sind. Diese Gegebenheiten wurden an der RZU-Strategieklausur 2012 bestätigt. In einem nächsten Schritt sind die grundsätzlichen konzeptionellen Möglichkeiten der RZU in diesem Themenbereich zu klären und festzulegen. Dies soll in einer der nächsten Plattform-Veranstaltungen im Jahr 2013 erfolgen.

3. Dachfunktion stärken

Die RZU soll ihre Grundaufgabe als Dachverband klar erkennbar wahrnehmen. Die «Dachfunktion stärken» bildet deshalb einen Schwerpunkt des Arbeitsprogramms 2013. Zu diesem Zweck sind die laufenden Arbeiten am RZU-Gesamtentwicklungskonzept weiter zu führen. Diese umfassen die Vertiefung der RZU-Synthese Regio-ROKs, die Umlegung raumkonzeptioneller Vorstellungen Dritter auf das RZU-Gebiet, z.B. die des Bundes in seinem Raumkonzept Schweiz, sowie weitere konzeptionelle Ergänzungen. Entsprechende interne Arbeiten am RZU-Gesamtentwicklungskonzept sind bereits durchgeführt worden und sollen 2013 weiterverfolgt werden.

Seit Jahren erachtet es die RZU als eine ihrer Aufgaben, die Funktion einer «Plattform» wahrzunehmen. Regelmässig, 2 bis 4 mal pro Jahr, finden «Plattform-Veranstaltungen» als erweiterte Vorstandssitzungen statt, zu denen jeweils je nach Thema externe Fachleute sowie Planungs­träger von ausserhalb des RZU-Gebiets eingeladen werden. Als Plattform-Veranstaltung wurde auch das Symposium «Raumplanung und Klimawandel» durchgeführt. In Erweiterung und Spezifizierung der Plattform-Funktion soll ein interdisziplinäres «RZU-Regionalforum» geschaffen werden. In Verbindung der Begriffe «Forum» und «RZU» schweben verschiedenste Vorstellungen im Raum. Insgesamt geht es gemäss dem Ausschuss des RZU-Vorstands darum, ein Informations- und Diskussions-Gefäss zu schaffen und über längere Zeit zu betreiben, das sich für unterschiedliche Themen, Teilnehmer und Adressaten eignet, aber trotzdem «eine Linie» besitzt. Vorrangig ist deshalb ein Konzept «RZU-Regionalforum» zu erarbeiten, das Qualität vor Quantität stellt. In diesem Konzept sind auch die Fragen zu klären, ob und wie sich die RZU in die öffentlichen Diskussionen von aktuellen Projekten einschalten soll und wie Foren für den Austausch mit der Bevölkerung eingesetzt werden könnten. Erste Überlegungen sind angestellt und RZU-intern diskutiert worden. 2013 sind die Arbeiten am Konzept «RZU-Regional­forum» weiter zu führen.

Die Dachfunktion der RZU soll auch durch ein deutlich zu steigerndes Angebot an Fortbildungskursen und -veranstaltungen verstärkt werden. Unter Fortbildungsveranstaltung wird ein Anlass verstanden, der von der RZU-Geschäftsstelle durchgeführt oder organisiert wird und der sich an die Mitglieder der RZU wendet. Für 2013 ist die Durchführung zweier Fortbildungsveranstaltungen vorgesehen.

Schliesslich sollen immer wieder Übersichten erstellt und so Transparenz zu laufenden Planungen und Projekten sowie zu aktuellen Themen geschaffen werden. Unter anderem ist die «Übersicht über wichtige Planungen und Projekte von Bund, Kanton, Regionen, RZU und Dritten» periodisch zu aktualisieren und in den Regionen vorzustellen.